Mehr als Sterne, Kühe und arme Hunde

Inhalt

Missverständnisse auflösen

Fast jedes Kind kennt sie: die BCG-Matrix mit Fragezeichen, Sternen, Milchkühen und armen Hunden. Viele glauben, damit ließen sich Strategien für ein Unternehmen direkt ableiten. Genau hier beginnen die Missverständnisse, und mit diesem Beitrag möchte ich einige davon auflösen.

Die BCG-Matrix in der Marketingliteratur


Laut Kotler/Bliemel soll das Portfolio aufzeigen, welche Strategischen Geschäftseinheiten (SGE) ausgebaut, erhalten oder eliminiert werden sollen – vor allem dann, wenn nicht genug Ressourcen für alle Bereiche vorhanden sind. Ziel ist eine kluge Kapitalallokation.
Das Marktwachstums-/Marktanteilsportfolio der Boston Consulting Group basiert auf Erfahrungskurve und Lebenszykluskonzept: Marktwachstum signalisiert frühen Lebenszyklus und Investitionsbedarf, relativer Marktanteil weist auf Kostenvorteile im Wettbewerb hin. Als Erfolgsfaktoren gelten deshalb Marktwachstum und Marktanteil. Die Einordnung der SGE in die vier Felder soll Rückschlüsse auf Ertragspotenziale und strategische Erfordernisse ermöglichen.

Kritische Würdigung

Kotler hat das Modell aus Marketingsicht präzise beschrieben.
Doch aus Sicht der Strategielehre gilt:
 > Betrachtet werden nicht Produkte, sondern SGE mit eigener Strategie.
 > Strategien lassen sich nicht aus der Matrix „ablesen“. Normstrategien für jeden Quadranten sind eine Illusion – Strategiearbeit ist komplex, nicht trivial.
> Untersuchungen (Hambrick, Macmillan, Day) zeigen, dass über 40 % der SGE als „arme Hunde“ klassifiziert wurden. Nach der Normlogik hätte man sie aufgeben müssen – tatsächlich wiesen viele eine beachtliche Rentabilität auf.
 > Auch die Forderung nach einem „ausgewogenen“ Portfolio mit gleich vielen Einheiten pro Quadrant ist naiv und entspricht nicht dem ursprünglichen Zweck.

Die BCG-Matrix bleibt ein hilfreiches Analyseinstrument, darf aber nicht zur vermeintlichen Strategie-Maschine missverstanden werden.

Mehr dazu in unseren Zertifikatslehrgängen und Seminaren zu den Themen Management und Business Management auf businessclasstrainings.com

Den ausführlichen Artikel lesen Sie gerne auf LinkedIn und in Kürze folgen weitere Teile der Ausführungen zur BCG Matrix.

Bild von Redaktions Team

Redaktions Team

Wir teilen mit Ihnen relevante und neue Erkenntnisse, Hintergrundwissen und Strategien aus Management, Marketing und Leadership; und bieten tiefe Einblicke in Gesellschaft & Wirtschaft.

Weitere Business Insights

Professioneller Referent bei Präsentation vor Publikum in Konferenzraum.

»Die Kunst, Zahlen zum Sprechen zu bringen.«

Paul Slamanig steht seit vielen Jahren für kompakte, verständliche und anwendbare Wissensvermittlung. Einer seiner Schwerpunkte ist es, betriebswirtschaftliches Fachwissen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Er nennt das »Die Kunst, Zahlen zum Sprechen zu bringen.«

Paul Slamanig LIVE!

Paul Slamanig LIVE!
In diesen renommierten Bildungseinrichtungen können Sie mich im ersten Halbjahr 2026 live erleben.

Heller, moderner Seminarraum mit Tisch, Stühlen, Whiteboard und Verpflegungsbereich, ideal für Workshops und Firmenveranstaltungen bei Slamanig Consulting & Training.

Die Illusion der Nullrisiko-Gesellschaft

»Hätte in grauer Vorzeit das Nullrisiko-Denken geherrscht, dann wäre eine der größten Innovationen der Menschheit – das Feuer – wohl nie erfunden oder gar erlaubt worden.«

Das „Restrisiko“ ist nämlich einer die meist missverstandenen Begriffe unserer Zeit.

Im technischen Management bedeutet es Transparenz, doch im öffentlichen Diskurs wird es nicht selten zu einem emotionalen Blockierer technologiebezogener Entscheidungen.

Wir zeigen, warum dieses Nullrisiko-Denken keine Sicherheit schafft, sondern zum Feind des notwendigen Fortschritts wird.

Erfahren Sie in unserem neuesten Artikel, wie Sie durch einen kühlen, datenbasierten Blick auf Wahrscheinlichkeiten und Proportionalität sich bietende Möglichkeiten erkennen und damit aktives Chancen-Management betreiben können.

Nach oben scrollen